Spätburgunder Spätburgunder Blanc de Noir feinherb. Rheinhessen

November 18th, 2009

Rebsorten

Die bekanntesten Rebsorten, aus denen weltweit vorzügliche Rotwein hergestellt werden, sind Cabernet Sauvignon und Merlot (beispielsweise für Bordeaux-Weine, zu deren Cuvée (Verschnitt) jedoch auch der Cabernet Franc gehört) sowie Spätburgunder. Es gibt eine ganze Reihe weiterer Rebsorten, aus denen in vielen Weinbaugebieten erstklassige Rotweine hergestellt werden, wie zum Beispiel in Deutschland Trollinger, Schwarzriesling oder Lemberger.
• Barbera: Die aus dem Piemont bekannte Rebsorte findet man in Weinen aus Italien, Argentinien, den Vereinigten Staaten (dort hauptsächlich in Kalifornien), usw.
• Cabernet Franc: Die aus Frankreich stammende Sorte findet sich in ihrem Ursprungsland hauptsächlich in Appellationen des Bordeaux und der Loire. Aber auch Italien, Chile und Südafrika verfügen über größere Bestände.
• Cabernet Sauvignon: Beheimatet ist sie im Bordelais, hat aber von hier ihren Siegeszug in die ganze Weinbau-Welt angetreten, in jüngerer Vergangenheit verstärkt auch nach Übersee. Mit rund 200.000 Hektar Rebfläche weltweit liegt sie an siebenter Stelle der verbreitest angebauten Rebsorten. Wiedererkennungsmerkmale des Cabernet Sauvignons sind der charakteristische Traubengeruch von schwarzen Johannisbeeren (Cassis), der zum Teil durch einen Geruch von Zedernholz begleitet wird und die tiefdunkle Farbe der Weine.
• Carignan: Ursprünglich stammt sie aus Aragonien (Spanien), ihren Namen hat sie von der Stadt Cariñena in der Provinz Saragossa. Die Erträge sind sehr gut, der Wein ist dunkel, tanninreich und säurereich, mit wenig Aroma. Die Traube wird oft in Verschnittweinen verwendet. Angebaut wird sie neben Spanien und Frankreich vor allem in Nordafrika, insbesondere in Algerien. Weiterer Anbau findet sich in Italien, Portugal, Israel, Kalifornien, Mexiko, Chile, Argentinien und Uruguay.

Fangen wir beim Klima an. Wie steht’s?

September 28th, 2009

WELT ONLINE: Sie berichten von Veränderungen der globalen Wein-Szene. Fangen wir beim Klima an. Wie steht’s?

 

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Rheingauer Riesling

Weltklasse-Wein aus riskantem Klima

Stuart Pigott: Im Vergleich zu 1975 haben wir eine Erhöhung der Durchschnittstemperatur um ein Grad Celsius. Das zieht die Witterung um durchschnittlich eine Woche nach vorne. Wenn bei der Lese alles gut geht, bedeutet eine Woche eine Erhöhung um sieben Grad Öchsle (Zuckergehalt), was fast einem Prozent Volumen Alkohol entspricht. Mehr Alkohol also, weniger Säure. Und ein anderer Weintypus. Denken wir an die Jahrgänge 2003 und 2006, die beiden wärmsten Sommer in Deutschland, seit es Aufzeichnungen gibt.

WELT ONLINE: Wie sind die Prognosen?

Pigott: Vorausgesagt ist in den nächsten 50 Jahren eine weitere Erwärmung um zwei bis drei Grad Celsius.

WELT ONLINE: Ist das gut für den deutschen Wein oder schlecht?

Pigott: Bisher war es gut. Das alte Problem war: nicht genug Reife, zu viel Säure. Das heutige Hauptproblem ist der nasse Herbst. Die Reife ist da, aber wenn es regnet, gibt es Fäulnis, was bekanntlich nicht so lecker schmeckt. Das kommt jetzt häufiger vor. In den guten Jahrgängen wie etwa 1971, ‘76 oder ‘83 waren dagegen die Herbste trocken.

WELT ONLINE: Wie ist das beim Rotwein?

 

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Pigott: Da sind die heißen Jahre positiv zu sehen. Mit der Wärme ist Trockenstress verbunden, der die Rebe zwingt, Gerbstoffe zu erzeugen, die in der Beerenhaut gelagert wird. Und Rotwein lebt davon. Das klingt alles ziemlich wissenschaftlich. Ich habe gerade zwei Semester an der Weinbauschule Geisenheim als Gasthörer studiert. Das hat mich trainiert, die Sachen konsequent logisch zu denken.

WELT ONLINE: Wann wird es für Wein gefährlich?

Pigott: Der Riesling-Typus wird sich ändern, aber die Rebsorte hat eine große Bandbreite, wie die Rieslinge Australiens zeigen. In südlichen Ländern wird es schwierig. In La Mancha in Spanien, wo Wein auf fast 200 000 Hektar wächst, könnte es zu Wüstenbildung kommen, es wäre besser, Oliven statt Trauben anzubauen. Auch in Süditalien, Griechenland, Türkei ist die Gefahr gegeben. Und in Südaustralien.

WELT ONLINE: Was können Winzer tun?

Pigott: In Deutschland gibt es relativ einfache Methoden. Die Orientierung der Zeilen ist klassisch in Nord-Süd-Richtung, um die Sonneneinstrahlung einzufangen. Wenn man Rebzeilen schräg anordnet, holt man die Temperatur um etwa zwei Grad herunter. Erste Probleme wird es im Kaiserstuhl und in den wärmeren Ecken der Pfalz geben, besonders mit Weißburgunder und Grauburgunder. Ich schätze, dass es schon in zehn bis 20 Jahren sehr schwierig wird. Am Kaiserstuhl war es zuletzt im Herbst schon mehrfach zu nass, was zu großen Fäulnisproblemen führte.

WELT ONLINE: Verschiebt sich der Weinanbau nach Norden?

Pigott: Die Pfalz kann man leider nicht in die Lüneburger Heide versetzen. Ich sehe aber eine Entwicklung und staune, wie viele Weinbergsinseln es im hohen Norden gibt, etwa bei Cottbus und bei Neubrandenburg.

Designwettbewerb: Gestalten Sie den Weinverschluss der Zukunft!

WELT ONLINE: Sie empfehlen vermehrt günstigen deutschen Wein von Winzern.

Pigott: Das tue ich ganz bewusst. Eine der Stärken des deutschen Weinbaus ist, in Gebieten, die man gut maschinell bewirtschaften kann, auch für wenig Geld ganz brauchbaren Wein zu erzeugen. Mit der richtigen Rebsorte und einem Quäntchen Glück gibt es für 4,99 Euro etwas Hervorragendes. Diese Dinge begeistern mich. Ein deutscher Merlot für unter fünf Euro, der gut schmeckt. Wuuhh! Und eigentlich hasse ich Merlot!

WELT ONLINE: Wo kommt der Wein her?

Pigott: Vom Weingut Otto Zimmer in Engelstadt/Rheinhessen.

WELT ONLINE: Haben die hochpreisigen Bordeauxweine an Akzeptanz verloren?

Pigott: Es gibt zwei Welten des Weins, Trinkweine und Statusweine. Statusweine leben in Gesellschaft mit anderen Luxusgütern: absurden Sportwagen, Yachten. Die Eigenschaften des Produkts sind sekundär. In Japan sind sie froh, wenn ein Bordeaux-Wein 200 Euro kostet statt 100 Euro, weil es für sie mehr darstellt. Spitzenweinpreise sind illusorisch, die Relation zwischen Endpreis und Entstehungskosten ist nicht vorhanden. Genau wie bei den ganz billigen Weinen. Eine bizarre Welt ist das, in der beide Extreme unwirtschaftlich sind.

WELT ONLINE: Stehen die Länder, die Sie besucht haben, unter dem Druck, französischen Wein zu machen?

Pigott: Die Weinbaugeschichte in China reicht 2000 Jahre zurück, aber es ist eine gebrochene Tradition. Etwa um das Jahr 1500 ist der Weinbau aus steuerlichen Gründen eingegangen. Frankreich hat sich in solchen Ländern erfolgreich als das Land des Weins vermarktet – reine PR. Mit dem asiatischen Sinn für Nachahmung und ihrem Perfektionismus kommen ein paar absurde Château-Lafite-Ersatzgewächse heraus. Die Chinesen wollen Rotwein vor allem wegen der Farbe. Rot steht symbolisch für Kraft und Stärke. Es sind weitgehend Männer, die Wein trinken, für sie ist die Symbolik richtig – auch wenn zu ihrem Essen Weißwein besser passt.

WELT ONLINE: Kann Wein aus Asien oder Georgien in Europa eine Boomphase erleben wie Wein aus Kalifornien oder Australien?

Pigott: Kurzfristig relativ schwer vorstellbar. In China herrscht großer Nationalchauvinismus. 85 Prozent des in China getrunkenen Weins stammt aus Eigenproduktion. Das wird sich nicht großartig ändern. Andererseits: Spätestens, wenn Robert Parker einen chinesischen Wein über den grünen Klee lobt, werden die Amerikaner das kaufen wollen. Dann wird richtiger Export stattfinden. Derzeit gibt es chinesischen Wein in Asia-Läden.

WELT ONLINE: Wie ist es in Japan?

Pigott: Allmählich lösen sie sich von der engstirnigen Nachahmerei und sind froh, dass ihre Weine aus französischen Sorten anders schmecken.

WELT ONLINE: Sie schreiben über die japanische Rebsorte Koshu. Gibt es viele Sorten, die weltweit für Furore sorgen könnten?

Pigott: Absolut. Die Rebsorte Koshu vielleicht nicht, sie passt optimal auf das japanische Klima, mit Monsun, extrem feuchter Hitze und Taifunen. Aber in Georgien etwa gibt es einige Hundert autochthone Sorten, und 38 davon sind in Produktion. Die rote Sorte Saperavi ist eine der geilsten Rebsorten auf der Erde. Im österreichischen Burgenland etwa könnte das bombastisch gut gelingen.

WELT ONLINE: Gehen hiesige Winzer darauf zu?

Pigott: Ich habe neulich den ersten Syrah aus der Wachau probiert. Wenn es dort schon funktioniert, wird es an der Mosel in 20 Jahren gehen. Und wenn es schmeckt, warum nicht? Ich sehe das locker.

WELT ONLINE: In Deutschland experimentieren junge Winzer sehr viel. Wie ist das in Traditionsgebieten wie Toskana oder Rioja?

Pigott: Offensichtlich funktioniert es in diesen Gebieten nicht. Es ist schon schwierig, das deutsche Jungwinzer-Phänomen nach Österreich zu exportieren. Auf der anderen Seite der Grenze, im Elsass, sieht die Welt ebenfalls anders aus. Es muss ein deutsches Spezifikum sein. Der Wandel in der Kultur und der Weinkultur seit 1945 gehen damit einher.

WELT ONLINE: Macht Sie das Innovationspotenzial glücklich?

Pigott: Logo! Das ist reichlich Material für mich. Als ich in Geisenheim studiert habe, lernte ich lauter 20- bis 22-Jährige kennen. Eine der Ersten, die mich angesprochen hat, war Katrin Engehausen, 22 Jahre alt, aus Hannover. Sie überlegt allen Ernstes, ein Weingut in der Nähe von Hannover zu gründen. Ich sage Halleluja! Das ist Mut!

WELT ONLINE: Wie sind die Bedingungen?

Pigott: Ich habe auf der Karte nachgeschaut. So abwegig ist das gar nicht. Der Werderaner Wachtelberg in Brandenburg liegt auf dem gleichen Breitengrad. Am 16. September war ich dort und habe leckere Trauben probiert. Das wird funktionieren.

WELT ONLINE: Sind die Böden nicht sandig?

Pigott: Na und? Wenn die Trauben gut schmecken, wird der Wein gut schmecken können. Man braucht nicht unbedingt Schiefer. Und es gibt Schiefer nicht bloß in Deutschland, wie ich in Thailand feststellte.

WELT ONLINE: Dort wächst Wein auf Schieferböden?

Pigott: Natürlich. Der liebe Gott hat nicht gesagt: Ich stifte Deutschland ein paar Millionen Kubikkilometer Schiefer, dass sie Wein machen können, und ich lasse es nirgends sonst vorkommen.

WELT ONLINE: Ihr Kollege Hugh Johnson hat kürzlich behauptet: Die meisten deutschen Weine sind immer langweilig gewesen.

Pigott: Das stimmt nicht. Die Standardqualität ist so viel besser geworden. Die Weine sind heute sauber, fast immer fruchtbetont. Vielleicht ist der billigste deutsche Wein kein Knüller, aber wo ist er das schon? In Bordeaux?? Uuuaargh. Dünn, sauer und ruppig. Das Zeug kann ich nicht trinken. Wenn Sie mich fragen, aus welchem Gebiet ich einen einfachen Wein trinken möchte, dann aus der Pfalz.

WELT ONLINE: Schadet es dem Mosel-Wein eigentlich, wenn bei Ürzig eine heiß umstrittene Brücke gebaut wird?

Pigott: Keiner weiß es richtig. Aber die Zubringerstraße auf der Zeltinger Seite der Mosel ist ein extremes Ding. Zehn Meter tief im Berg wird gegraben, die Straße soll vierspurig sein. Das wird den Wasserhaushalt der Weinberge verändern. Es führt zu mehr Trockenstress im Sommer, in hitzigen Jahren wie 2003 und 2006 ist das ein echtes Problem. Wegen der Klimaerwärmung werden solche Situationen häufiger vorkommen.

WELT ONLINE: Sind berühmte Weißwein-Lagen wie das Graacher Himmelreich und der Ürziger Würzgarten bedroht?

Zum Gewinnspiel

Pigott: Ja. Aber nicht nur. Da ist eine ziemlich große Fläche bedroht. Ich finde es sehr leichtsinnig, wie Politiker damit umgehen. Für Ministerpräsident Kurt Beck weckt Wein nur in seiner Pfalz Heimatgefühle. Die Mosel interessiert ihn nicht. Auch die CDU hat eine ganz doofe Haltung zu der Brücke. Es geht um Verkehr, der von den Benelux-Ländern zum Flughafen Hahn fahren soll.

WELT ONLINE: Zum Abschluss wünschen wir uns ein paar Pigott-Tipps: Welches deutsche Anbaugebiet hat das meiste Potenzial?

Pigott: Württemberg. Gewaltiges ungenutztes Potenzial. Schauen Sie sich die Winzergenossenschaft Laufen an. 500 Hektar Lagen in einem Kessel mit kiesigen Böden. Optimale Rotwein-Bedingungen. 50 Hektar Steilhang am Stück. Was will man mehr?

WELT ONLINE: Die am meisten unterschätzte Rebsorte in Deutschland?

Pigott: Müller-Thurgau! Und ich meine das ernst. Die Sorte wird als billige Literflasche verkauft, niemand betreibt damit Aufwand.

WELT ONLINE: Die Spitzenweingegend mit dem schlechtesten Preis-/Leistungsverhältnis?

Pigott: Bordeaux, Kinder. Wo sonst? Aber auch Burgund ist zum Teil derartig überteuert. Die interessanten Weine fangen bei dreistelligen Summen mit einer eins vorne an.

WELT ONLINE: Sie sind König von Deutschland. Welche Weinreform befehlen Sie?

Pigott: Ich bitte die Deutschen, ihre letzten Vorbehalte, den deutschen Wein betreffend, abzulegen. Und danke ab.

WELT ONLINE: Diesen Wein kann man schon zum Frühstück trinken?

Pigott: Also - das empfehle ich nicht. Sektfrühstück halte ich für ungesund bis gefährlich. Geht gar nicht.

WELT ONLINE: Zur blauen Stunde?

Pigott: Restsüßen Kabinett von der Mosel mit 7 oder 7,5 Prozent Alkohol. Höchst aromatisch, regt die Fantasie an, ohne besoffen zu machen.

WELT ONLINE: Diesen Wein wünsche ich mir zum Geburtstag?

Pigott:

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Architekturpreis Wein 2010 ausgelobt

September 27th, 2009

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Weinshop

In einer gemeinsamen Initiative des Weinbauministeriums Rheinland-Pfalz, des Deutschen Weinbauverbandes und der Architektenkammer Rheinland-Pfalz wird der “Architekturpreis Wein” zum zweiten Mal ausgeschrieben. Bewerbungsschluss für den Preis ist der 2. November, verliehen wird er anlässlich der internationalen Wein- und Getränketechnologiemesse INTERVITIS INTERFRUCTA Ende März 2010 in Stuttgart.

Preisträger 2007 - Weingut Kreutzberger, Kindenheim
Preisträger 2007, Weingut Kreutzenberger, Kindenheim

 Die Verbindung von Bau- und Weinkultur hat in den letzten Jahren in Deutschland enorm an Bedeutung gewonnen. Gerade junge Winzer setzen auf anspruchsvolle Bauten als eine Facette ihres Marktauftritts und Ausweis ihrer Betriebsphilosophie. Weinliebhaber haben die Anziehungskraft, ja den Zauber, mancher Räume als ganz eigene Attraktion entdeckt. Eine neue Art des Wein- und Baukulturtourismus entsteht.

Diesen Prozess fördert die Architektenkammer zusammen mit dem Ministerium und den Weinbauverbänden seit einigen Jahren. „Der Weinbau hat die Baukultur in unseren Regionen über Jahrhunderte geprägt. Gleichzeitig sind Wein- und Baukultur in den Anbaugebieten Ausdruck eines besonderen Lebensstils“, erläutert hierzu Hendrik Hering, Minister für Wirtschaft Verkehr Landwirtschaft und Weinbau.

 „Mit der Verbindung von Wein und Architektur und insbesondere mit dem Architekturpreis Wein war Rheinland-Pfalz Vorreiter im Bemühen, neue Impulse im Wein- und Tourismusmarketing zu setzen, die Attraktivität der Regionen zu steigern und somit einen weiteren Beitrag zum Erhalt der Weinkulturlandschaften zu leisten“, so Hering weiter.

Zwischen Pfalz und Mosel haben inzwischen vier Symposien zum Themenspektrum „Wein + Architektur“ stattgefunden. 2007 wurde der Architekturpreis Wein erstmals auf der INTERVITIS INTERFRUCTA verliehen und im Anschluss als Wanderausstellung an mehr als einem Dutzend Orten präsentiert. Im Mai 2009 sind Architekten und Winzer gar zu einer gemeinsamen Fachexkursion nach Österreich aufgebrochen. Ein anfangs eher belächeltes Thema hat inzwischen beachtliche Kraft und Dynamik entfaltet.

 „Wie sehr wir mit unserem Thema auf der Höhe der Zeit sind, zeigt auch das Programm des 60. Deutschen Weinbaukongresses“ – so die Präsidenten der Architektenkammer Rheinland-Pfalz und des Deutschen Weinbauverbandes, Stefan Musil und Norbert Weber. „Wein und Architektur, Wein und Tourismus, Wein und Design werden im März in Stuttgart die aktuellen Schwerpunkte für das Weinmarketing sein. Die Potenziale sind hier noch längst nicht ausgeschöpft.“

 Mit dem Architekturpreis Wein 2010 wollen das Wirtschafts- und Weinbauministerium Rheinland-Pfalz, der Deutsche Weinbauverband und die rheinland-pfälzische Architektenkammer ein zweites Mal Bilanz der Entwicklungen in Deutschland ziehen. Bis zum 2. November 2009 können Projekte wie

  •          Weingüter und Winzerbetriebe: Gesamtanlagen
  •          Bauten für Kellerwirtschaft / Weinproduktion
  •          Vinotheken
  •          Gastronomie- / Beherbergungsgebäude
  •          Freianlagen von Winzerbetrieben 

eingereicht werden, die nach dem 1. Januar 2004 fertig gestellt wurden.

 Neben Neubauten sind insbesondere auch Modernisierungen, Sanierungen, Umnutzungen und Baumaßnahmen im denkmalpflegerischen Zusammenhang zugelassen. Die Größe des jeweiligen Projektes ist nicht entscheidend. Die Bewerbungen erfolgen über das Internet (www.weinundarchitektur.de). Hier finden Sie die Auslobung zum Download.

 Die Jurierung findet im Dezember 2009 statt. Das Ergebnis wird dann anlässlich der INTERVITIS INTERFRUCTA vom 24. bis 28. März 2010 in Stuttgart der Öffentlichkeit und den Besuchern der Messe präsentiert

Katharina Okfen ist die neue Weinkönigin

September 27th, 2009

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Wein News

Die Winzer von Mosel, Saar und Ruwer haben eine neue Weinkönigin. Am letzten Wochenende wurde die 21-jährige Katharina Okfen zur neuen Moselweinkönigin gewählt.

Das Bild zeigt die Krönung der neuen WeinmajestätenGleich sieben junge Frauen hatten sich um das Amt der Mosel-Weinkönigin 2009/2010 und damit um die Nachfolge der seit zwölf Monaten amtierenden Weinkönigin Sonja Christ beworben. Bis  das Wahlergebnis in der Trierer Europahalle feststand, mussten zwei Wahlgänge durchgeführt werden. Katharina Okfen stammt aus der Weinbaugemeinde Maring-Noviand und war die letzen beiden Jahre Weinkönigin ihrer Heimatgemeinde. Sie ist angehende Studentin der Internationalen Betriebswirtschaft in Geisenheim. Zu Weinprinzessinnen wurden die Saar-Obermosel-Weinprinzessin Michaela Zimmer (25) und Ramona Sturm (20) aus Moselkern/Terrassenmosel  gewählt.

Die sieben Kandidatinnen stellten sich zunächst am Nachmittag im Kloster Konz-Karthaus in der Fachbefragung den Fragen der 23-köpfigen Jury. Am Abend präsentierten sich die Bewerberinnen dem Publikum jeweils mit einem Film und in einer Talkrunde mit Moderator Alexander Houben. In Spielszenen mit dem Improvisationstheater „SponTat“ stellten die Kandidatinnen Schlagfertigkeit und Fachwissen rund um den Moselwein unter Beweis. Die lustigen Theaterszenen sorgten für beste Stimmung im Publikum.

Nun warten innerhalb des nächsten Jahres auf die Moselweinkönigin und ihre beiden Prinzessinnen ein paar 100 Termine. Die scheidende Moselregentin Sonja Christ bewirbt sich im Oktober in Heilbronn um das Amt der Deutschen Weinkönigin.

Das Foto von Weinland Mosel zeigt vorne v. l. n. r. Weinprinzessin Ramona Sturm, Weinkönigin Katharina Ockfen, Weinprinzessin Michaela Zimmer; im Hintergrund v. l. n. r. ehem. Weinprinzessin Theresa Arns, ehem. Weinkönigin Sonja Christ, ehem. Weinprinzessinnen Cora Kühn u. Jessica Willems

Das WeinSensorium in Leipzig ist eröffnet

September 27th, 2009

Das mit Spannung erwartete WeinSensorium des Deutschen Weininstituts (DWI) öffnete am 25. September in Leipzig auf dem Augustusplatz am Mendebrunnen um 12:00 Uhr seine Pforten.

 

Monika Reule, Geschäftsführerin des DWI eröffnet am 25. September 2009 das WeinSensorium 2009 auf dem Augustusplatz in Leipzig.

Im Rahmen der offiziellen Eröffnung lobte der Kulturbürgermeister der Stadt Leipzig, Michael Faber, das DWI-Engagement in der Kulturstadt: Wir freuen uns, das WeinSensorium in diesem Jahr für zehn Tage zu Gast zu haben. Es ist der geografischen Lage unserer Stadt geschuldet, dass wir keinen Weinanbau in und um Leipzig haben. Aber natürlich schätzen und trinken die Leipziger Wein.“

DWI-Geschäftsführerin Monika Reule (im Bild 3. von rechts)  ist davon überzeugt, dass das WeinSensorium viele Besucher anziehen und begeistern wird. „Wir möchten mit dem WeinSensorium unsere Weine mit allen Sinnen erlebbar machen und so den Verbraucherinnen und Verbrauchern einen neuen Zugang zu den Qualitäts­produkten aus den dreizehn deutschen Weinbaugebieten ermöglichen“, erläuterte Reule die Ziele des Weinerlebnisparcours.

Die Schirmherrin des WeinSensoriums, Bundeslandwirtschafts­ministerin Ilse Aigner betonte in ihrem schriftlichen Grußwort anlässlich der Eröffnung: „Wein ist ein Getränk mit „Emotionen“ und gehört für viele zu einem modernen Lebensstil. Die Vielfalt des deutschen Weins wird gerade in einem künstlerischen und sinnlichen Zusammenhang deutlich. Mit dem WeinSensorium des Deutschen Weininstituts gelingt dies auf hervorragende Art und Weise.“

Unterstützung bei der Realisierung des Projektes, das im vergangenen Jahr seine Premiere in Berlin hatte, erhielt das DWI durch die Journalisten und Buchautoren Cornelius und Fabian Lange. Bei der Entwicklung des Ausstellungs­konzepts haben sich die beiden Brüder nach eigenen Angaben von ihrem Hauptmotiv leiten lassen, dass Wein kein kompliziertes Getränk sondern für jeden da ist und auch von jedem verstanden werden kann. Für die Präsentation in Leipzig wurden gemeinsam mit dem DWI einzelne Ausstellungselemente weiterentwickelt und Kunstobjekte des österreichischen Künstlers Fritz Gall integriert. Sehen Sie hier ein Video des WeinSensorium 2008 in Berlin.

„Erstmals werden wir in diesem Jahr für die interessierten Besucher des WeinSensoriums auch kostenfrei kurze Weinseminare anbieten“, erläuterte die DWI-Geschäftsführerin. Von Montag, den 28. September bis Freitag, den 2. Oktober wird der Weinexperte René Wippich täglich um 18:00 Uhr für ca. 45 Minuten zu den folgenden Themen referieren:

28.09.09
Aromenvielfalt deutscher Weine
- Weinverkostung mit dem Weinaromarad
29.09.09
Wie verkoste ich Wein richtig?
- Das richtige Glas zum Wein
30.09.09
Die Weinprobe zu Hause
- Tipps für einen gelungenen Weinabend
01.10.09
Weineinkauf & Weinlagerung
- Die passende Weinauswahl zu unterschiedlichen Anlässen
02.10.09
Der richtige Wein zum Essen
- Tipps zur Harmonie von Wein & Speisen
Das WeinSensorium ist vom 25. September bis zum 4. Oktober täglich von 12:00 bis 20:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Wahl Weinkönigin 2009

September 26th, 2009

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Spätsommersonne lässt Winzer strahlen

September 26th, 2009

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Start der Hauptweinlese / Reife weit fortgeschritten / Erträge leicht unter dem Durchschnitt
Zum Beginn der Hauptweinlese, die in diesen Tagen ver­einzelt bereits begonnen hat, sehen die deutschen Winzer dem Weinjahrgang 2009 optimistisch entgegen. Dank des hervorragenden Spätsommers ist die Reife der Trauben bereits weit fortgeschritten und auch ihr Gesundheits­zustand ist nahezu optimal.

Weinlese„Sofern wir in den nächsten Wochen die trocken-stabile Wetterlage behalten, können die Winzer in aller Ruhe den optimalen Lesezeitpunkt abwarten, was auf sehr aromatische und fruchtbetonte Weine in allen Qualitätsstufen hoffen lässt“, erläutert die Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts (DWI), Monika Reule. Warme Tage und kühle Nächte, wie sie derzeit vorherrschen, seien für die Aromenausprägung besonders förderlich, so Reule.

Die zu erwartenden Erntemengen werden in diesem Jahr wahrscheinlich etwas unter dem langjährigen Mittel von rund zehn Millionen Hektolitern liegen. Auch die beiden Vorjahresernten bewegten sich um diesen Wert. Der Grund für den verminderten Ertrag lag in der kühlen Witterung während der Rebblüte Anfang Juni, die zu einem geringeren Beerenansatz an den Trauben geführt hat. In den ostdeutschen Anbaugebieten Sachsen und Saale-Unstrut haben sich zudem die starken Winterfröste ertragsreduzierend ausgewirkt.

Derzeit werden die frühreifen Sorten wie etwa Müller-Thurgau sowie die Trauben für die Sektgrundweinbereitung gelesen. Ihnen folgen in den nächsten Wochen die übrigen Weiß- und Rotweinsorten. Deutschlands wichtigste Rebsorte Riesling reift von natur aus länger und wird nicht vor Ende September geerntet werden.

Umgang mit Wein

September 24th, 2009

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Kellermeister behandeln den Wein wie ein lebendes Wesen, mit dem äußerst vorsichtig umgegangen werden muß. Er verträgt weder zu hohe, noch zu niedrige Temperaturen. Er mag nicht die geringste Unsauberkeit und will Ruhe haben.
Was unter jahrelanger Mühe geschaffen wurde, kann in Stunden zerstört werden. Der beste Wein nützt gar nichts, wenn er nicht richtig serviert wird. Dann ist schon eine billige, aber in der rechten Weise temperierte Sorte besser.

Gastronomen kennen eine leicht zu behaltende Faustregel. Weine sollen beim Genuß folgende Temperaturen haben

Rotweine 17 - 17,5°C

Weißweine 11°C

Schaumweine 6 - 8°C


Temperieren ist aber nicht einfach wärmen. Es wäre eine Sünde, die Flasche Rotwein in warmes Wasser zu tauchen. Allzu große Kälte kann der Schaumwein nicht vertragen oder ihn bei Eile in der Tiefkühlung zu frosten. Beim Sekt hört dann sogar das Schäumen auf.

Beim Wein geht es um sein „Bouquet” d.h. seiner Blume. Sie ist empfindlich und wird durch Unterkühlung oder Erwärmung zerstört. Was schmeckt wohl so schrecklich wie lauwarmer Rotwein.

Zu kalt servierter Wein versucht man zu erwärmen, in dem man das Glas mit den Händen umschließt.


Rotweine müssen einige Stunden vor dem Entkorken geklärt werden. Je weniger der Wein sich entwickeln konnte, um so länger dauert dieser Prozess, je nach Alter 4 - 5 Stunden.

Tipp

Um das „Bouquet” eines Weines zu erfahren, ist folgender Versuch zu machen

  • eine Kristallglaskaraffe mit heißem Wasser füllen und einige Minuten stehen lassen, -das Glas muss sich gleichmäßig erwärmen-. Wasser ausgießen, dann einen Schuss Wein in die Karaffe geben und durchschwenken, es entfaltet sich eine köstliche Blume. Dann die Karaffe komplett auffüllen. „Prosit”. Dieser Versuch lässt sich auch mit einem Bordeaux-Glas durchführen