Umgang mit Wein
Kellermeister behandeln den Wein wie ein lebendes Wesen, mit dem äußerst vorsichtig umgegangen werden muß. Er verträgt weder zu hohe, noch zu niedrige Temperaturen. Er mag nicht die geringste Unsauberkeit und will Ruhe haben.
Was unter jahrelanger Mühe geschaffen wurde, kann in Stunden zerstört werden. Der beste Wein nützt gar nichts, wenn er nicht richtig serviert wird. Dann ist schon eine billige, aber in der rechten Weise temperierte Sorte besser.
Gastronomen kennen eine leicht zu behaltende Faustregel. Weine sollen beim Genuß folgende Temperaturen haben
Rotweine 17 - 17,5°C
Weißweine 11°C
Schaumweine 6 - 8°C
Temperieren ist aber nicht einfach wärmen. Es wäre eine Sünde, die Flasche Rotwein in warmes Wasser zu tauchen. Allzu große Kälte kann der Schaumwein nicht vertragen oder ihn bei Eile in der Tiefkühlung zu frosten. Beim Sekt hört dann sogar das Schäumen auf.
Beim Wein geht es um sein „Bouquet” d.h. seiner Blume. Sie ist empfindlich und wird durch Unterkühlung oder Erwärmung zerstört. Was schmeckt wohl so schrecklich wie lauwarmer Rotwein.
Zu kalt servierter Wein versucht man zu erwärmen, in dem man das Glas mit den Händen umschließt.
Rotweine müssen einige Stunden vor dem Entkorken geklärt werden. Je weniger der Wein sich entwickeln konnte, um so länger dauert dieser Prozess, je nach Alter 4 - 5 Stunden.
Tipp
Um das „Bouquet” eines Weines zu erfahren, ist folgender Versuch zu machen
- eine Kristallglaskaraffe mit heißem Wasser füllen und einige Minuten stehen lassen, -das Glas muss sich gleichmäßig erwärmen-. Wasser ausgießen, dann einen Schuss Wein in die Karaffe geben und durchschwenken, es entfaltet sich eine köstliche Blume. Dann die Karaffe komplett auffüllen. „Prosit”. Dieser Versuch lässt sich auch mit einem Bordeaux-Glas durchführen